Dehnungs-Pacing

Nur Metallversuchstyp Dehnungs-Pacing ist ein Softwarealgorithmus für den äußeren Regelkreis, der die aktuellen Daten überwacht und die Positionsrate verändert, um eine benutzerdefinierte Zugdehnungsrate, wie vom Zugdehnungssensor vorgegeben, zu erreichen. Die Pacing-Funktion in der Software ermöglicht es, die Dehnungsrate der Probe auf ein vordefiniertes Niveau zu steuern. Sie ist für den Einsatz mit Materialien vorgesehen, welche weiche, kontinuierliche Verformungseigenschaften im elastischen Bereich aufweisen, z. B. Metalle und feste oder halbfeste Kunststoffe. Viele solcher Materialien sind auf die während der Materialprüfung angewendete Dehnungsrate empfindlich; daher ist es wünschenswert, (und manchmal zwingend erforderlich) die Dehnungsrate zu steuern, oder zumindest zu begrenzen. Die tatsächliche maximale Dehnungsrate, die gesteuert werden kann, hängt von den Eigenschaften der zu prüfenden Probe und den Anforderungen an die Genauigkeit der Dehnungsrate ab. Je geringer die Steifigkeit der Probe und je abgestufter die Streckung ist, desto höher kann die verwendete Dehnungsrate sein. In elektromechanischen Prüfmaschinen von Instron sorgt normalerweise ein Serovkreis mit Positionsregelung für eine konstante Traversenwegrate (d. h. Traversengeschwindigkeit). Die Eigenschaften des Prüfsystems und der Probe stellen sich so dar, dass eine konstante Traversenwegrate keine konstante Dehnung in der Probe zur Folge haben muss, insbesondere im Fließbereich. Daher ist eine Steuerung der Dehnungsrate erforderlich. Im Pacing-Modus ändert die Software kontinuierlich die Traversengeschwindigkeit, um die geforderte Rate zu erreichen. Der Dehnungsaufnehmer überwacht die tatsächliche Rate an der Probe, und die Software berechnet die Traversengeschwindigkeit, die zur Beibehaltung der erforderlichen Rate notwendig ist. Aufgrund der Tatsache, dass ein Großteil des Traversenweges in eine permanente Verformung der Probe umgesetzt wird, verlangsamt sich die Traversengeschwindigkeit, während das Material fließt, um eine konstante Dehnungsrate beizubehalten. Der Pacing-Modus ist nur für gleichbleibende (unidirektionale) Prüfungen bestimmt; er ist nicht zur Steuerung der Dehnungsrate während vorübergehender Effekte, wie der unteren und oberen Streckgrenze, oder diskontinuierlicher Fließphänomene, geeignet.