TÜV SÜD Fallstudie

TÜV SÜD

Das neue TÜV SÜD-Entwicklungslabor DYCOT (Dynamic Component Testing)

Im November 2016 wurde das neue TÜV SÜD - Entwicklungslabor DYCOT (Dynamic Component Testing) in Mlada Boleslav eröffnet, mit dem TÜV SÜD als kompetenter und unabhängiger Partner eine umfangreiche Servicepalette für OEM´s und deren Zulieferer zur Entwicklung von Sicherheitskomponenten von Fahrzeugen anbietet.

Das Herzstück des Prüfzentrums ist die neue INSTRON Beschleunigungs-Schlittenanlage. Statt für die Prüfung von Komponenten ganze Karosserien und komplette Autos in Crashversuchen zu zerstören, kann die hydraulisch betriebene Schlittenanlage Verzögerungskurven erzeugen, die mit den Ergebnissen aus dem realen, zerstörenden Versuch identisch sind. Inzwischen sind mehr als ein Jahr seit der Eröffnung vergangen und die Anlage wird mittlerweile im 2-Schichtbetrieb betrieben, um dem hohen Testaufkommen durch Kundenaufträgen gerecht zu werden.

Für Dr. Martin Šotola, Business Unit Manager Vehicle Safety, ist das umfassende Leistungsspektrum die entscheidende Komponente um sich als Dienstleister aktuellen und zukünftigen Aufgaben der Automobilindustrie zu stellen.

„Mit dem neuen Prüfzentrum DYCOT vervollständigen wir unsere Kompetenz innerhalb der Entwicklung von Sicherheitssystemen und unterstützen somit die komplette Entwicklungskette unserer Kunden. Neben der virtuellen Simulation und der nahe unseres Standorts installierten Real-Crashanlage steht uns in DYCOT eine hochdynamische Schlittenanlage zur Entwicklung von Test von Fahrzeugsicherheitskomponenten zur Verfügung.

tuev sued Dycot

Für 2018 stehen nun weitere Erweiterungen der Testkompetenz mit der Schlittenanlage an. Im Frühjahr 2018 wurde das von der spanischen Firma ENCOPIM entwickelte Prüfsystem ALIS (Active Lateral Intrusion Simulation) in die INSTRON Schlittenanlage integriert und in Betrieb genommen. Mit diesem System können die bei einem Seitenaufprall auftretenden Fahrzeugdeformationen und die am Dummy auftretenden Belastungen wesentlich realistischer abgebildet werden als mit herkömmlichen Systemen.

Eine weitere Herausforderung ist das sichere Testen von Batterien von Elektrofahrzeugen auf der Schlittenanlage. Durch den Aufbau dieser zusätzlichen physikalischen Prüfmöglichkeit erweitern wir unser Test Port Folio in Richtung Elektromobilität.“

Dr. Martin Šotola

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Für Martin Škopek, Profit Center Manager DYCOT hauptamtlicher Betreiber der Schlittenanlage stellt sich die Situation wie folgt dar: „Die Schlittenanlage von INSTRON ist nun seit einem Jahr im täglichen Testbetrieb für unsere Kunden. Besonders erfreulich ist die Rückmeldung unsere Kunden, im wesentlichen OEM´s und Tier 1 Supplier bezüglich der erzielten Ergebnisse. Neben höchstdynamischen Pulsen, die realitätsgetreu mit der Anlage abgebildet werden können wir alle Low Speed Rear Impact Pulse (Whiplash-Versuche) mit höchster Genauigkeit durchgeführt werden. INSTRONs spezifischen Anlagentechnik erlaubt die exakte Reproduktion bestehender Crashpulse zur jedem beliebigen späteren Zeitpunkt.

Neben diesen besonderen Vorteilen, die wir unseren Kunden bieten, können stehen für uns als Betreiber weitere Merkmale der Schlittenanlage im Vordergrund. Unsere Anlagenbediener schätzen die Einfachheit der Bedienung sowie die Möglichkeit Drivesignale für neue Pulsformen in kürzester Zeit zu generieren, welche durch schnelle Ladezeiten der Druckspeicher und durch minimal erforderliche Iterationsschüsse mit der Anlage ermöglicht werden.

Ein weiteres Highlight ist die Instron Simulationssoftware CrashSim Office. Diese Software erlaubt uns, neue Pulse im Büro zu simulieren ohne die Schlittenanlage selbst hierzu einsetzen zu müssen. Somit können wir unseren Kunden in kürzester Zeit ein Feedback über Durchführbarkeit eines neuen Tests geben. Dies erspart Zeit, entlastet die Schlittenanlage von zusätzlichen Verifikationsversuchen und kann die virtuelle Simulation bei Neuentwicklungen unterstützen. Was uns weiterhin positiv auffällt ist, dass die Schlittenanlage im täglichen Betrieb fast keine Wartungsaktivitäten benötigt und somit rund um die Uhr zur Testzwecken zur Verfügung steht.“

Martin Škopek