Kalibrierung von Dehnungsmesseinrichtungen

Wann ist eine Verifizierung Ihres Dehnungsmesssystems erforderlich?

Wenn Dehnungsaufnehmer zur Messung der Probendehnung eingesetzt werden und Teil der Prüfergebnisse sind, müssen Sie sich auf die Zuverlässigkeit dieser Daten verlassen können. Mit einer Kalibrierung Ihrer Dehnungsmesseinrichtung durch Instron verfügen Sie über einen Nachweis darüber, wie leistungsfähig Ihr System ist.

Zahlreiche Prüfverfahren auf der Basis von ISO-, EN- oder ASTM-Normen spezifizieren bestimmte Anforderungen an die Eigenschaften von Prüfmaschinen und fordern, dass eine aktuelle Kalibrierbescheinigung vorhanden sein muss, mit der die Erfüllung dieser Anforderungen nachgewiesen wird.

Instron führt die Kalibrierung von Dehnungsmesssystemen auf der Grundlage von ISO- oder ASTM-Verfahren durch. Die Kalibrierungen werden durch umfassend geschulte und akkreditierte Kalibriertechniker mit Hilfe von Kalibriervorrichtungen ausgeführt, die auf nationale metrologische Institute (NMIs) rückführbar sind. Als Ergebnis dieser Kalibrierungen wird ein objektiver, unabhängiger Kalibrierbericht ausgestellt, der in vollem Umfang den Anforderungen der ISO 9000 und der ISO 17025 genügt.

Dehnungskalibrierungen ermöglichen die Kontrolle der Genauigkeit der Messung sowohl der Ausgangsmesslänge als auch der Längenänderungen. Die Verifizierung der Längenänderungen kann an den Arbeitsbereich des Dehnungsaufnehmers angepasst werden.

Durchführung einer realistischen Verifizierung

Bei der Auswahl eines Kalibrierdienstleisters muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Dienstleister über die erforderliche Ausrüstung für eine umfassende Bewertung der Leistungsfähigkeit Ihres Dehnungsaufnehmers verfügt. Einige Dehnungsaufnehmer werden direkt an der Probe befestigt und werden vollständig von der Probe gehalten. Andere werden an der Prüfmaschine befestigt und messen die Längenänderung der Probe entweder mit einem berührenden Verfahren mit Hilfe von Armen, oder mit einem optischen oder Video-Verfahren. Bei manchen Kalibrierdienstleister wird nur ein Arm Ihres Dehnungsaufnehmers bewegt, während der andere fest steht. Dieses Verfahren ist für Dehnungsaufnehmer geeignet, die an der Probe befestigt sind, kann aber bei an der Maschine montierten Dehnungsaufnehmern weniger gut geeignet sein. Die realen Einsatzbedingungen des Dehnungsaufnehmers werden am besten simuliert, wenn beide Arme bewegt werden. Dadurch werden unter Umständen Schwächen zu Tage gefördert, die unerkannt bleiben, wenn nur ein Arm bewegt wird.

Die von Instron® entwickelte Kalibrierausrüstung erfüllt die Anforderungen unterschiedlicher Arten von Dehnungsaufnehmern. Instron verfügt je nach Anwendung und Dehnungsaufnehmertyp über das erforderliche Know-how und die notwendige Ausrüstung für die Auswahl des am besten geeigneten Kalibrierverfahrens für die ordnungsgemäße Beurteilung der Leistungsfähigkeit Ihres Dehnungsmesssystems.

Normen für die Dehnungsverifizierung - welche ist am besten geeignet?

Für die Verifizierung von Dehnungsmesseinrichtungen gibt es zwei international anerkannte Normen.

  • ISO 9513: Metallische Werkstoffe - Kalibrierung von Längenänderungs-Messeinrichtungen für die Prüfung mit einachsiger Beanspruchung
  • ASTM E 83: Standard Practice for Verification and Classification of Extensometer System

Beide Normen sind sich ähnlich, es bestehen jedoch geringfügige Unterschiede in den Verifizierungs- und Klassifizierungsverfahren. Das Verifizierungsverfahren sollte so ausgewählt werden, dass es Ihre Bedürfnisse und Prüfanforderungen möglichst gut erfüllt. Manchmal wird die Auswahl durch das Prüfprogramm diktiert, und das Prüfverfahren bestimmt die Kalibrierklasse oder Güteklasse des zu verwendenden Dehnungsaufnehmers. Als allgemeine Richtlinie kann gesagt werden, dass die meisten Anwender in Europa eine Dehnungsverifizierung nach dem in der ISO 9513 spezifierten Verfahren bevorzugen, während in Nordamerika im Allgemeinen eine Kalibrierung nach ASTM E 83 erforderlich ist.

Instron kann eine Kalibrierung entsprechend Ihren Anforderungen nach jeder dieser beiden Normen vornehmen. Für nicht metallische Werkstoffe wie Gummi oder Kunststoff ist das in der ISO 9513 beschriebene Verfahren nicht das am besten geeignete, da es den Fokus auf die Messung niedriger Dehnungen legt. Für die Messung hoher Dehnungen ist die ISO 5893 besser geeignet. Bei diesem Dokument handelt es sich zwar nicht speziell um einen Verifizierungsstandard, es werden jedoch Dehnungsanforderungen für die Dehnungsmessung an Gummi und Kunststoff festgelegt. Die ASTM E 83 kann für Anwendungen mit hohen und niedrigen Dehnungen verwendet werden.