Die ANSI/AWS B4.0 spezifiziert Anforderungen für die mechanische Prüfung von Schweißnähten. Ein Teil dieser Norm befasst sich mit der Zugprüfung von Schweißnähten. Die Zugprüfung kann an Proben durchgeführt werden, die quer oder parallel zur Mittellinie der Schweißnaht geschnitten wurden. Da diese Proben inhomogen sind, wird bei diesen Prüfungen normalerweise lediglich die Bruchfestigkeit bestimmt. Zugprüfungen können auch am Basismetall und am Schweißmetall durchgeführt werden, um die Kennwerte dieser Werkstoffe zu bestimmen, z.B. Bruchfestigkeit, Ersatzstreckgrenze, Streckgrenze, Gesamtlängung und Querschnittsverminderung. Die Prüfungen sollen entsprechend den Anforderungen der ASTM E8 durchgeführt werden.
Das für diese Prüfungen verwendete Prüfsystem muss sowohl für flache als auch für runde bearbeitete Proben geeignet sein. Bei der Prüfung von geschweißten Rohren muss das Prüfsystem unter Umständen auch volle runde Probekörper mit einem Nenndurchmesser bis zu 3 Inch aufnehmen können. Aus diesen Gründen empfehlen wir üblicherweise unsere SATEC-Prüfmaschinen DX oder HDX mit zwei Prüfräumen und einem integrierten Keilspannzeug für die Prüfung von flachen oder runden Proben. Die Ausführung mit zwei Prüfräumen ermöglicht darüber hinaus auch die Durchführung von Biegeprüfungen im unteren Druckprüfraum. Außerdem können ein zusätzlicher Messverstärkerkanal und ein Dehnungsaufnehmer zur Dehnungsmessung vorgesehen werden. Mit einer geeigneten Materialprüfsoftware können die oben aufgeführten Kennwerte und Ergebnisse automatisch berechnet werden.
Geschweißte Proben weisen häufig eine Biegung in Längenrichtung auf. Zur Aufrechterhaltung der axialen Ausrichtung muss die Maschine robust sein und eine ausreichend große Klemmkraft erzeugen, um eine geringfügige Biegung der Probe auszugleichen. Aus diesem Grund empfehlen wir die Prüfsysteme aus der SATEC DX-Serie. Außerdem wird die in die Probe eingeleitete Kraft mit Hilfe eines DMS-Kraftaufnehmers direkt gemessen, so dass das Hydrauliksystem ordnungsgemäß abgedichtet und vor Verschmutzung geschützt werden kann. Diese Systemausführung ist darüber hinaus weniger empfindlich gegenüber außermittiger Belastungseinleitung aufgrund leicht verbogener Proben.