Dieser Teil der ASTM D638 spezifiziert die Prüfbedingungen für die Untersuchung der Zugeigenschaften von verstärktem und nicht verstärktem Kunststoff und gilt für Hantelproben (Typ I – V), Stäbe und röhrenförmige Proben. Zu den bei dieser Prüfung bestimmten Kennwerten gehören Bruchfestigkeit, Bruchdehnung und Modul. Die mechanischen Eigenschaften von Kunststoff können sich grundlegend ändern, wenn der Rezeptur bestimmte Zuschlagsstoffe zugegeben werden. Dazu gehören z.B. Festigkeit, Duktilität und Zähigkeit.
Wie bei vielen anderen Werkstoffen werden zur genauen Messung der Dehnung Dehnungsaufnehmer benötigt. Ein Spannungs-/Dehnungsdiagramm eines Kunststoffs umfasst normalerweise einen linearen elastischen sowie einen nicht linearen plastischen Bereich. Im linearen Bereich tritt nur eine sehr geringe Dehnung auf. Weil der E-Modul in diesem Bereich gemessen wird, werden Dehnungsaufnehmer mit einer hohen Auflösung benötigt. Dehnungsaufnehmer mit einer hohen Auflösung haben jedoch typischerweise nur einen begrenzten Messweg und müssen im Verlauf der Prüfung von der Probe abgenommen werden. Berührungslose Dehnungsaufnehmer wie das Advanced Video Extensometer (AVE) oder das Standard Video Extensometer (SVE) bieten die benötigte Auflösung und Flexibilität zur Messung des E-Moduls und der Bruchdehnung der meisten Kunststoffe. Zusätzlich zum Einsatz von Dehnungsaufnehmern empfehlen wir für die Prüfung von Kunststoff die Verwendung von mechanischen Keilspannzeugen oder pneumatischen seitlich wirkenden Spannzeugen.
Darüber hinaus ist es wichtig, genaue Einzelheiten zum Prüfaufbau, Prüfverfahren und den geforderten Prüfergebnissen in der entsprechenden Norm nachzulesen.