Neben Zug- und Biegeprüfungen sind auch Druckprüfungen ein häufig eingesetztes Verfahren zur Bestimmung der Werkstoffkennwerte von Kunststoffen (sowohl bei verstärkten als auch bei nicht verstärkten Kunststoffen). Mit dieser Prüfung können Elastizitätsmodul, Streckspannung, Druckfestigkeit sowie die Verformung nach Überschreiten der Streckgrenze bestimmt werden. Das Verfahren für die Durchführung einer Druckprüfung ist in der ASTM D695 festgelegt.
Auf der Grundlage von Versuchen, die wir in unserem Prüflabor durchgeführt haben, empfehlen wir für Druckprüfungen nach ASTM D695 die folgende Ausrüstung: Zwei Druckplatten aus gehärtetem Stahl mit einem Durchmesser von 50 mm, eingebaut in einer Zugprüfmaschine, sowie unsere Druckprüfvorrichtung 505-022 und eine Dehnungsmessvorrichtung wie z.B. unseren Dehnungsaufnehmer mit 25mm Messlänge, der direkt an der Probe angebracht wird. Ein Dehnungsaufnehmer wird häufig bei steifen Proben benötigt, wenn die Prüfergebnisse durch die Nachgiebigkeit des Prüfsystems beeinflusst werden können. Mit unserer Materialprüfsoftware Bluehill® 3 können die gewünschten Prüfparameter vorgegeben, automatisch die benötigten Ergebnisse und Statistiken berechnet und ein Prüfprotokoll erstellt werden.
Die Norm schreibt eine Einleitung der Druckkraft in die Probe mit einer Geschwindigkeit von 1,3 mm/min bis zum Bruch vor. Vor Durchführung der Prüfung muss sichergestellt werden, dass alle Proben den in der Norm vorgegebenen Abmessungen entsprechen und keine sichtbaren Oberflächendefekte aufweisen. Wir haben festgestellt, dass die Ausrichtung der Probe bei Druckprüfungen im Hinblick auf eine gleichmäßige Kraftverteilung wichtige Rolle spielt, was wiederum zur Konsistenz der gewonnen Prüfergebnisse beiträgt.