Der Ermüdungsbruch der Tibiaplateaus künstlicher Kniegelenke ist einer der häufigsten Versagensmechanismen bei totalen Knieendoprothesen (TEP). Verursacht wird ein solches Versagen durch den Verlust des tragenden Knochens unterhalb des Implantats aufgrund von biologischen Reaktionen wie z.B. verschleißbedingter Osteolyse. Unter diesen Bedingungen wird das Tibiaplateau mechanisch instabil, und zyklische Belastungen, wie sie beim normalen Gehen entstehen, verursachen Ermüdungsrisse, die schließlich zu einem vollständigen Versagen führen.
Die Norm ISO 14879-1 'Bestimmung des Belastungsverhaltens von Tibiaunterlagen zum Kniegelenkersatz' spezifiziert eine Reihe von Prüfparametern zur Bestimmung und Kontrolle der Ermüdungseigenschaften unterschiedlicher Ausführungsformen von Tibiaplateaus. Unsere
servohydraulischen Prüfsysteme 8870 und elektromechanischen Prüfsysteme
ElectroPuls™ unterstützen Entwickler, Hersteller und Forscher während des gesamten Produkt-Lebenszyklus, von der Bestimmung grundlegender Werkstoffeigenschaften wie z.B. der Beständigkeit gegen die Ausbreitung von Ermüdungsrissen bis hin zur Prüfung des gesamten Tibiaplateaus und darüber hinaus.
Bei unserem Prüfsystem wird die eine Hälfte des Tibiaplateaus in einer Spannvorrichtung eingespannt und so ein voll unterstützter Kondylus simuliert. Der zweite, nicht unterstützte Kondylus wird dann physiologisch repräsentativen Belastungen unterzogen. Durch den Einsatz unseres einzigartigen
Dynacell™-Kraftaufnehmers können Trägheitsfehler (wie sie z.B. durch die Einspannung oder bei einer Prüfung in einem Flüssigkeitsbad durch hydrodynamische Effekte entstehen) ausgeglichen und damit die in die Probe eingeleitete Kraft genauer gemessen werden.
Weitere Informationen zu den Anforderungen finden Sie in der ISO 14879-1.