Bei einer Kniegelenk-Totalendoprothese (TEP) werden die geschädigten und degenerierten Gelenkoberflächen des Kniegelenks durch künstliche Komponenten ersetzt. Durch die teilweise Entfernung von Bändern und sonstigem umliegendem Weichgewebe bei der Operation kann die Stabilität des Kniegelenks beeinträchtigt werden. Bei einer zu hohen Laxität kommt es zu einer anormalen Belastung des Weichgewebes, was zu Instabilität und letztendlich zum Versagen des Gelenks führt. Wenn das Knie hingegen zu steif ist, hat der Patient keinen ausreichenden beschwerdefreien Bewegungsbereich. Eine optimale Laxität des Kniegelenks ist daher wünschenswert.
Mit unserem
Axial-Torsions-Prüfsystem 8874 mit zusätzlichem Anterior-/ Posterior-Zylinder können Entwickler In-Vitro-Prüfungen der Innen-/ Außenrotation und der anterioren/posterioren Translationsstabilität des Kniegelenks bei normalen Gangbelastungen durchführen. Dadurch können die Auswirkungen unausgeglichener Komponenten und Bänder auf die passive Stabilität des Kniegelenks untersucht werden.
Der zusätzliche Zylinder und die Vorrichtungen können vom integrierten T-Nuten-Tisch demontiert werden, wenn Prüfungen durchgeführt werden sollen, die anderes Zubehör erfordern. Dies bietet Biomechanik-Prüflabors ein Höchstmaß an Flexibilität zur Durchführung einer Vielzahl unterschiedlicher Prüfungen.
Ein zuverlässiges mechanisches Modell und ein Prüfsystem, mit dem die passive Stabilität und Laxität des Kniegelenks untersucht werden kann, ist ein ungemein wertvolles Tool bei der Entwicklung und Auswahl des optimalen Kniegelenkersatzes. Dies kann auch zur Verbesserung von Operationstechniken und Instrumenten beitragen, da solche Untersuchungen eine präoperative Optimierung zur Vermeidung einer Fehlstellung der Bauteile und eines mangelhaften Ausgleichs der Bänder ermöglichen.