Die ISO 10113:2006 spezifiziert ein Verfahren für die Bestimmung der senkrechten Anisotropie, häufig auch als r-Wert bezeichnet, an flachen Metallproben, üblicherweise Blech und Band. Die senkrechte Anisotropie ist das Verhältnis von wahrer Dehnung in Breitenrichtung zur wahren Dehnung in Dickenrichtung in einem Prüfkörper, der einer einaxialen Zugspannung ausgesetzt wird.
Zur Berechnung des r-Werts wird eine Prüfung entsprechend ISO 6892 mit einem Axial- und einem Querdehnungsaufnehmer durchgeführt. Wenn das Verhältnis von wahrer plastischer Dehnung in Breitenrichtung zu wahrer plastischer Dehnung in Längenrichtung homogen ist, kann ein Verfahren mit einem einzigen Datenpunkt verwendet werden. Bei inhomogener Verformung kann ein statistisches Verfahren eingesetzt werden. Mit Hilfe der Bluehill ® * oder Partner-Software können diese Berechnungen automatisch durchgeführt werden.
Eine Prüfung nach ISO 10113 wird normalerweise parallel zu einer Prüfung nach ISO 10275, Bestimmung des Verfestigungsexponenten im Zugversuch, durchgeführt.
*Bluehill 2 oder Bluehill 3