Mit diesem Verfahren wird das Verhalten der Probe unter Druckbelastungen untersucht und die Druckfestigkeit, das Druckmodul und sonstige Kennwerte der Druckspannungs-/-dehnungsbeziehung unter festgelegten Bedingungen bestimmt.
Dieses Prüfverfahren nach ISO 604 ist für die folgenden Werkstoffe geeignet:
- Thermoplastische Form- und Extrusionsmassen, u.a. auch für mit kurzen Fasern, kleinen Stäben, Platten oder Granulat gefüllte und verstärkte Verbundstoffe sowie nicht gefüllte Typen; starre und halbstarre thermoplastische Tafeln
- Starre und halbstarre duroplastische Formmassen, u.a. auch gefüllte und verstärkte Verbundstoffe, starre und halb starre duroplastische Tafeln;
- Thermotropische Flüssigkristallpolymere
Bei diesem Versuch wird die Probe entlang ihrer Hauptachse mit konstanter Geschwindigkeit zusammengedrückt, bis die Probe bricht oder die Kraft oder die Längenreduktion einen vorgegebenen Wert erreicht. Dabei wird die auf die Probe einwirkende Belastung gemessen.
Zum Aufbringen der Deformationskräfte auf die Probe werden Druckstempel aus gehärtetem Stahl eingesetzt. Diese Stempel werden an einer Zugprüfmaschine befestigt, normalerweise in Ein-Säulen-oder Zweisäulen-Tischausführung. Ein an der Probe befestigter Dehnungsaufnehmer ermöglicht die Messung der relativen Längenänderung an der entsprechenden Stelle der Probe. Eine spezielle Software für die Werkstoffprüfung, wie z.B. Bluehill® 2, ermöglicht die Eingabe der Probendaten, die Versuchssteuerung und automatische Berechnung von Versuchsergebnissen und Statistiken, sowie die Erstellung eines Versuchsprotokoll entsprechend den Vorgaben der Norm.
Genauere Informationen zu den Anforderungen an die Prüfeinrichtung und die Versuchsergebnisse finden sich in der ISO 604.