In der Textilindustrie wird eine Vielzahl von Versuchen zur Bewertung der Eigenschaften und Qualität von textilen Flächengebilden durchgeführt. Die ASTM D2261 beschreibt das Schenkel-Weiterreißverfahren (einfacher Weiterreißversuch) zur Messung der Weiterreißfestigkeit von textilen Flächengebilden.
Bei diesem Verfahren wird eine rechteckige Probe so eingeschnitten, dass ein Anriss entsteht. Durch das Einschneiden des Materials entstehen zwei "Schenkel". Die Stelle, an der der Riss erfolgen soll, wird mit einer Referenzlinie gekennzeichnet. Einer der Schenkel wird in die obere Spannbacke, der andere in die untere Spannbacke eingespannt. Zur Durchführung der Prüfung wird das Spannzeug auseinander gefahren und das Material reißt längs des vorgeschnittenen Segments. Die so erhaltenen Daten charakterisieren die Festigkeit der Garne, Faserverbunde und Faserverschränkungen, sowie deren Weiterreißfestigkeit. Bei der Durchführung von Prüfungen entsprechend dieser Norm spielt die Datenerfassungsrate eine wichtige Rolle. Damit die Weiterreißfestigkeit des Materials mit gleichbleibend hoher Genauigkeit gemessen werden kann, muss die Datenerfassungsrate so hoch sein, dass die oberen und unteren Spitzenwerte der Prüfung erfasst werden. Wir empfehlen für diese Anwendungen eine Universalprüfmaschine 3300 oder 5900 mit einem pneumatischen seitlich wirkenden Spannzeug. Die Auswahl des Spannbackeneinsatzes ist dabei vom zu prüfenden Material abhängig, normalerweise empfehlen wir Einsätze mit Gummioberfläche oder Wellenprofil.
Weitere Informationen zum Prüfaufbau, Prüfverfahren und den Anforderungen an die Prüfergebnisse finden Sie in der Norm.